Mord mit Ansage

Um Punkt 18.06 Uhr, direkt nach den Nachrichten, hörte man den Schrei. Es war ein entsetzter, markerschütternder Schrei. Er kam aus dem Nichts, ohne Vorankündigung. Aber halb Bayern konnte ihn mit anhören, denn er wurde live im Rundfunk übertragen. Gerade noch hatte die Sprecherin auf Bayern2Radio die neuesten Meldungen vorgelesen und dann ankündigen wollen, welche Sendung als nächstes folgte, da ertönte der Furcht erregende Schrei. Und gleich darauf noch einer. Doch den hörte niemand. Er kam von dem Tontechniker, der die Nachrichtensendung produziert hatte und nun sah, dass die Sprecherin mit dem Oberkörper nach vorne gekippt war, direkt auf das Mikrophon. Auf ihrem schneeweißen, Wollpulli war am Rücken ein dunkelroter Fleck zu sehen, der immer größer wurde. – Blut! Der Tontechniker war vor Schreck wie gelähmt. Ein paar endlose Sekunden lang saß er einfach nur da, dann erinnerte er sich plötzlich, dass er immer noch auf Sendung war. Zitternd drückte er auf ein paar Knöpfen herum, bis aus dem Lautsprecher einer der bekannten Pausen-Jingles des Bayerischen Rundfunks ertönte. Der Techniker griff zum Telefonhörer, wählte eine Nummer und stammelte dann in den Apparat: „Hilfe, Hilfe! Studio 7… die Sprecherin… ich glaube… sie ist… tot!“
Etwa zur gleichen Zeit verließ eine dunkelblau gekleidete Gestalt mit Schirmmütze den Hinterausgang des BR. Lautlos huschte sie hinaus und sah sich dabei mehrmals unauffällig um. Diese Gestalt wird in unserer Geschichte noch eine wichtige Rolle spielen.

Einen Tag später…
„Oh Mann Jakob, jedes Mal müssen wir auf dich warten!“, begrüßte ich meinen Kumpel, der in aller Seelenruhe auf den Fußballplatz geschlendert kam. „Sorry“, murmelte er, „aber meine Mutter hat mich wieder mal gezwungen, Klarinette zu üben – und für Mathe musste ich auch noch was tun…“ – „Schon gut“, unterbrach ihn Gregor mitleidig. „Fangen wir lieber endlich mit dem Kicken an, statt hier dumm rum zu labern.“ Gregor und ich schnappten uns den Ball und stürmten aufs Tor zu, doch Jakob schien überhaupt keinen Bock auf Fußball zu haben. „Sagt mal“, rief er uns hinterher, „habt ihr gestern Abend zufällig auch Radio gehört?“ Wir sahen ihn verständnislos an. „Nö, warum? Das Champions-League-Spiel kam doch im Fernsehen“, meinte ich grinsend. Ich wusste, dass Jakobs Eltern ihn nur ganz selten Fernsehschauen ließen. „Musst du eigentlich immer nur an Fußball denken?“, fragte Jakob ziemlich genervt. „Gestern gab´s doch was viel spannenderes im Radio zu hören…“ Diesmal schaute ich Jakob richtig mitleidig an. Was konnte es denn spannenderes geben als Fußball? „Ein Mord live, direkt vor dem Mikro, das kommt ja schließlich nicht so oft vor“, plapperte Jakob aufgeregt weiter. Gregor und ich sahen uns entgeistert an. Jetzt dachten wir auch nicht mehr ans Kicken. „Und wisst ihr, was das Coolste ist?“, fuhr Jakob unbeirrt fort. „Der Vater von meinem Klassenkameraden, der war sogar selbst dabei, als es passiert ist. Er war der Tontechniker!“ Gregor und ich standen da wie vom Donner gerührt und kapierten überhaupt nichts. Was? Wie? Wer? Wo? Ein Mord???
“Ich sehe schon, ich muss ganz von vorn anfangen“, seufzte Jakob und erzählte uns die ganze Geschichte. „Alter!“, riefen Gregor und ich fast wie aus einem Munde, als Jakob fertig war. „Und der Vater von deinem Klassenkameraden hat den Mord quasi auch noch aufgezeichnet?“, fragte ich ungläubig. Ich konnte es nicht fassen, dass Jakob und viele Tausend andere Radiohörer tatsächlich mit angehört hatten, wie eine Frau umgebracht worden war. An Fußballspielen war nun nicht mehr zu denken. Statt dessen überlegten wir aufgeregt, wer die Sprecherin wohl ermordet haben konnte, warum und vor allem: wie? Vielleicht war der Mord inzwischen ja auch schon aufgeklärt? Da wir alle kein IPhone besitzen (unsere Eltern finden das nämlich nicht gut), liefen wir schnell zu Jakob nach Hause und erkundigten uns bei seinem Vater, der immer genauestens informiert ist, was so aktuell läuft. „Die Polizei tappt vollkommen im Dunkeln“, erklärte er uns. „Offenbar gibt es keinen brauchbaren Zeugen. Der Tontechniker war gerade so sehr mit der Aufnahme beschäftigt, dass er gar nicht zu der Sprecherin ins Studio geschaut hat. Er hat nichts Verdächtiges bemerkt. Das einzige was sie wissen ist, dass das Mordwerkzeug eine Fleischgabel aus der BR-Kantine war. Sie wurde in einer Mülltonne im Innenhof gefunden.
Wir drei Jungs verzogen uns in Jakobs Zimmer zur Lagebesprechung. Wir wussten schon, was als nächstes zu tun war: Jakob musste an den Vater seines Schulfreundes heran kommen!

Am nächsten Tag, 20.30 Uhr
Es klingelte an der Haustür. Meine Mutter ging, um zu öffnen. Als sie Jakob draußen stehen saß, wurde sie ziemlich ärgerlich. „Jungs, das wird mir wirklich langsam zu viel!“, schimpfte sie. „Unter der Woche könnt ihr euch nicht so spät treffen!“ – „Aber diesmal ist es sehr, sehr dringend!“, erklärte Jakob mit seinem berühmten, unschuldigen Augenaufschlag. Im Nu hatte er sich an meiner Mutter vorbei gedrückt und wir verschwanden in meinem Zimmer. In Windeseile erzählte mir Jakob, was er heute herausgefunden hatte. Der Vater seines Klassenkameraden stand immer noch unter Schock, aber er hatte Jakob trotzdem berichtet, was er wusste. Das war nicht besonders viel. Kurz nach dem Mord hatte er wohl schnelle Schritte im Gang gehört, aber das war im BR keine Seltenheit. Oft rannten die Moderatoren, um noch rechtzeitig ins Studio zu kommen. Als der Tontechniker kurze Zeit später selbst auf den Gang hinaus gerannt war, war niemand zu sehen. „Aber jetzt kommt´s!“, rief Jakob aufgeregt. Ich sah ihn ganz gespannt an. „Was denn? Erzähl schon!“, bettelte ich ungeduldig. „Ja also…“, begann Jakob unverschämt langsam. Ich hätte ihn erwürgen können. „Als Herr Rulle – so heißt der Vater von meinem Schulfreund – vielleicht drei Minuten später das Fenster im Gang aufgemacht hat, um nach dem Schreck frische Luft zu bekommen, hat er unten jemand gesehen, der aus dem Hinterausgang gehuscht ist. Und dieser jemand hat sich an den Müllcontainern zu schaffen gemacht!“ Ich riss die Augen auf. „Und wie hat dieser jemand ausgesehen?“, fragte ich atemlos. – „Na ja, viel hat Herr Rulle nicht erkennen können“, erklärte Jakob zögernd. „Er glaubt, dass es ein großer Mann mit einem dunklen Anzug und einem Hut war. Und irgend etwas an dem Kerl war komisch, hat er gemeint. Etwas hat nicht gepasst. Er kommt nur nicht drauf, was es war.“ – „Dann müssen wir das herauskriegen!“, rief ich voller Tatendrang. Doch wie sollten wir das schaffen? Jakob und ich überlegten hin und her, aber wir hatte keine gescheite Idee. Plötzlich fiel mir aber noch etwas anderes ein. „Was ist eigentlich mit der Aufnahme von der Mordsendung? Hat er dir einen Mitschnitt gegeben?“, fragte ich. „Leider nicht“, antwortete Jakob. „Er hat zu Hause keinen Zugriff auf die Sendungen. Und außerdem darf er keinen Mitschnitt weitergeben. Aber wenn wir in den BR kommen würden, könnte er uns die Aufnahme am Computer vorspielen.“ Jetzt war ich wieder Feuer und Flamme. „Worauf warten wir denn dann noch? Morgen nach der Schule fahren wir sofort mit der Trambahn zum BR!“, rief ich.

Einen Tag später im BR…
„Hier kommt ihr nicht rein!“, donnerte eine gewaltige Bass-Stimme. „Das ist doch hier kein Spielplatz. Ihr Jungs fackelt mir vielleicht noch das ganze Haus ab und ich bin dann dafür verantwortlich. Es reicht schon, dass seit ein paar Tagen ständig irgendwelche fremden Reporter hier herumlungern!“ Gregor und Jakob standen da wie die begossenen Pudel und brachten kein Wort heraus. Das war wieder mal typisch! Die ließen sich von diesem blöden Wachmann mit seiner blauen Uniform total einschüchtern. „Kommt mal kurz mit nach draußen“, flüsterte ich ihnen zu und wir liefen ohne ein weiteres Wort hinaus. „Jakob, weißt du, wie der Vater von deinem Klassenkameraden mit Vornamen heißt?“ – „Ja, Marlon!“ – „Und wie heißt nochmal der Sohn?“, fragte ich weiter. „Felix, wieso?“ – „Und wo wohnen die?“ – „In der Böcksteiner Straße 9 in Pasing, aber…?“, Jakob sah mich verständnislos an. „Frag nicht so viel, lass mich nur machen“, sagte ich und zog die beiden hinter mir her. „Ihr schon wieder!“, polterte der Wachmann los und sprang so schnell von seinem Stuhl auf, dass der Schlüsselbund in seiner Hosentasche laut rasselte. Doch ich ließ ihn nicht weiter zu Wort kommen. „Wir müssen dringend mit meinem Vater sprechen. Der arbeitet hier“, erklärte ich ganz ruhig. – „Ach ja?“ Der Aufseher lachte höhnisch. „Wie heißt er denn?“ – „Marlon Rulle“, antwortete ich. „Und ich bin Felix Rulle!“ – „Und ich bin der Kaiser von China“, begann der Wachmann wieder los zu schimpfen, da mischte sich eine große, hellblonde Frau ins Gespräch ein. „Keine Aufregung, Herr Hopf“, säuselte sie freundlich. „Zufällig kenne ich Herrn Rulle ganz gut. Er hat tatsächlich einen Sohn, der Felix heißt!“ – Der Wachmann schüttelte ärgerlich den Kopf. „Dann soll er mir seinen Ausweis zeigen! Nach dem Mord kann ich hier schließlich nicht einfach jeden reinlassen!“, brummte er. Wir ließen enttäuscht die Köpfe hängen, aber die Blondine kam uns zu Hilfe. „Vielleicht kannst du mir sagen, wo du wohnst, Felix?“, fragte sie. Meine Antwort kam wie aus der Pistole geschossen. Die Frau lächelte. „Na sehen Sie, Herr Hopf, das stimmt auch. Jetzt können wir doch wohl sicher sein, dass sich hier keine Mörder einschleichen.“ Der Aufseher sagte nichts mehr. Er rasselte noch einmal drohend mit seinem Schlüsselbund und ließ mich dann durch das Drehkreuz gehen. „Lassen Sie die anderen beiden Jungs auch herein“, meinte die nette blonde Frau. „Sie sind meine Gäste. Ich werde sie persönlich zu Herrn Rulle begleiten, damit nichts passiert. Wenn Sie mir nur kurz den Generalschlüssel mitgeben, bitte…“ – Widerwillig reichte der Wachmann der Frau den Schlüssel und sie ging – ach was, gehen: sie stolzierte mit ihren hohen Absatzschuhen vor uns her und wackelte dabei mit dem Po. Eine Parfümwolke stieg uns in die Nase. Gregor, Jakob und ich grinsten uns an. Doch dann kam schon das nächste Problem auf uns zu.
Die Blondine schloss uns eine Tür auf und führte uns einen langen Gang entlang bis in einen kleinen Raum, der mit Schaltpulten, Lautsprechern und Computerscreens vollgestopft war. Dort saß ein Mann, den ich noch nie gesehen hatte. „Herr Rulle, hier bringe ich Ihnen Ihren Sohn mit seinen Freunden“, trällerte die Blondine. Der Mann sah zuerst die Frau, dann uns überrascht an und stotterte: „Aber, wer…?“ -“Hi Papa“, unterbrach ich ihn. „Wir wollten mal sehen, ob es dir gut geht, nach dem Mord und so…“ – „Du bist doch Jakob, oder?“, fragte Herr Rulle immer noch verdattert. „Ja genau, und Sie haben uns doch gestern versprochen, dass Sie uns etwas zeigen, wenn wir in den BR kommen“, kam Jakob mir zu Hilfe. Langsam schien der Tontechniker zu verstehen. „Na, dann geh ich mal wieder, ich bin gleich auf Sendung“, flötete die Blondine. Und im Hinausgehen fügte sie noch hinzu: „Hoffentlich werde ich nicht auch im Studio umgebracht, man kann ja nie wissen…“
Nachdem sie weg war, erklärten wir Herrn Rolle alles. Er war überhaupt nicht böse, sondern lachte nur. „Na, da habt ihr unseren Ober-Wachmann und unsere Chef-Sprecherin ja ganz schön an der Nase herumgeführt!“ Dann ließ er uns die Aufnahme von der Mord-Sendung anhören. Voll konzentriert lauschten wir in die riesigen Lautsprecher, die an der Decke hingen. Als der Schrei der Ansagerin kam, zuckten wir alle entsetzt zusammen. Dann hörten wir ein lautes Knacken, das eindeutig davon kam, dass die Frau aufs Mikrophon gefallen war. Danach war plötzlich Totenstille…, bis der Pausenjingle begann. „Tja, mehr kann ich euch nicht bieten, Jungs“, meinte Herr Rulle. Man sah ihm an, dass ihm die Erinnerung an das schreckliche Ereignis schwer zu schaffen machte.
„Könnte ich die Stelle nach dem Mikro-Knacken vielleicht nochmal hören?“, fragte da plötzlich Gregor. „Ich glaube, ich habe etwas bemerkt.“ Herr Rulle wurde langsam ungeduldig. „Aber das ist wirklich das letzte Mal, dann muss ich weiter arbeiten“, murmelte er. Wieder hörten wir nichts als Totenstille, bis Gregor schrie: „Da! Da ist es!“ Jakob und ich sahen ihn verständnislos an. Wir hatten nichts gehört. Doch Herr Rulle wurde auf einmal auch ganz aufgeregt. „Tatsächlich!“, rief er. „Ich habe da einen ganz kleinen Ausschlag auf dem Bildschirm!“ Er hielt die Aufnahme an und zeigte mit dem Finger auf eine winzige Spitze, die einsam und allein auf dem Screen zu sehen war. „Das muss ein Geräusch sein, das der Mörder hinterlassen hat!“, stieß er hervor. Er drehte hektisch an verschiedenen Knöpfen und Reglern und hackte auf die Computertastatur ein. „Ich habe das Geräusch jetzt verstärkt, so weit es ging“, erklärte er uns nach einer Weile. Wir spitzen alle die Ohren und hörten… einen sehr kurzen, spitzen Ton. Was konnte das nur sein? Ich hatte das Gefühl, ein ähnliches Geräusch erst vor kurzem gehört zu haben, aber mir fiel nicht ein, wo. Ich überlegte angestrengt, aber ich kam nicht drauf. Auch die anderen hatten keine Idee. „Ein Glas?“, vermutete Gregor. „Oder der Mörder ist mit der Fleischgabel irgendwo angestoßen?“ So kamen wir nicht weiter. Irgendwann gaben wir es auf, bedankten uns bei Herrn Rulle und ließen uns mit hängenden Köpfen zum Ausgang bringen. Dort saß immer noch der Wachmann Herr Hopf und nestelte nervös an seiner Mütze herum, als er uns kommen sah. „Tut mir leid, Herr Rulle“, murmelte er verlegen, „aber ich konnte ja nicht ahnen, dass das tatsächlich ihr Sohn…“ – „Schon gut“, unterbrach ihn der Tontechniker. „Lassen Sie die Jungs lieber raus!“ Eilig sprang der Aufseher auf. Dabei klirrten wieder die Schlüssel, die an seinem Gürtel befestigt waren. Das Geräusch ging mir durch Mark und Bein. Genau das war es! Das war das Geräusch, das wir gerade auf der Aufnahme gehört hatten. Der Wachmann war der Mörder! Und ihn hatte Herr Rulle auch vom Fenster aus gesehen, als er die Fleischgabel in die Mülltonne steckte. Ich war so aufgeregt, dass ich nicht mehr weiter laufen konnte. In meinem Kopf schossen viele Gedanken durcheinander. Dann hatte ich eine Idee. „Eine tolle Uniform, die sie da haben“, schwärmte ich. „Tragen Sie die eigentlich immer bei der Arbeit?“ Herr Hopf sah mich überrascht an. „Natürlich“, sagte er gespielt freundlich und fügte dann noch hinzu: „Wenn nicht gerade unsere Chef-Sprecherin sie braucht, so wie vor drei Tagen.“ Jetzt wurde Herr Rulle plötzlich aufmerksam. „Aber warum hat die denn Ihre Uniform gebraucht?“, fragte er interessiert. „Ach, sie hat sich in der Kantine mit irgend einem Getränk übergossen“, erzählte der Wachmann. „Sogar meine Mütze hat sie aufgesetzt. Sah richtig witzig aus. Die Frauen haben halt manchmal so komische Ideen…“
Auf einmal hatte es Herr Rulle sehr eilig, mit uns zusammen den BR zu verlassen. Er schob uns zur Tür hinaus. Draußen angekommen, wollte ich sofort von meiner Beobachtung berichten, doch der Tontechniker ließ mich nicht zu Wort kommen. Er flüsterte ganz außer sich: „Jungs! Ich weiß jetzt, wen ich da nach dem Mord an der Mülltonne gesehen habe. Mir ist nämlich eingefallen, was an der Person nicht gestimmt hat: Sie hatte einen Herrenanzug und dazu hohe Schuhe an! Und jetzt muss ich sofort zur Polizei.“
Wie von Hunden gehetzt rannte Herr Rulle davon. Wir drei Jungs sahen uns fassungslos an. „Also ich checke überhaupt nichts“, stotterte Jakob verwirrt. „Ich auch nicht!“, gab Gregor zu. Ich dagegen grinste nur still in mich hinein.

Zwei Tage später…
„Oh Mann, Jakob, schon wieder zu spät!“, riefen Gregor und ich, als unser Freund auf dem Fußballplatz angeschlappt kam. „Ich habe gerade noch Radio gehört, war sehr spannend“, entschuldigte sich Jakob. – „Oh nein!“, rief ich. „Sag nicht, dass schon wieder jemand vor dem Mikro ermordet worden ist!“ „Nein“, lachte Jakob, „aber der BR-Mord ist endlich aufgeklärt, habe ich gehört. Es war die Chef-Sprecherin. Sie hatte sich von ihrer Kollegin total gemobbt gefühlt. Damit sie nicht entdeckt wurde, hatte sie die Uniform des Wachmanns angezogen. Sie wollte die Schuld auf ihn schieben. Außerdem brauchte sie seine Schlüssel, um möglichst einfach und schnell ins Studio zu kommen…“ – „So ein Biest!“, schimpfte Gregor. „Ich kann es immer noch nicht fassen, dass wir auch auf ihr Blondinen-Lächeln reingefallen sind und brav hinter ihr her gedackelt sind.“ – „Aber wer zuletzt lacht, lacht am besten“, meinte Jakob. „Und wisst ihr, wer das ist?“ Wir schüttelten die Köpfe. – „Na, der BR!“, grinste Jakob. „Sie haben gerade gemeldet, dass die Hörerzahlen sich verdreifacht haben!“

Elias Eicher